
- Frisch aus dem Ofen: Doppelzopf aus Hefeteig - S. Arif
Als Gebildbrot bezeichnet man Gebäckstücke – süß oder salzig – die von altersher mit einem bestimmten Symbolcharakter versehen sind und zu bestimmten Festtagen gebacken wurden. Bekannte Gebildbrote sind auch Stutenkerle, Weckmann, Brezeln, Martinihörnchen, Kuchen in Form des Osterlamms, gebackene Osterhasen, Ostermännchen, und zum Beispiel auch der beliebte Christstollen.
Gebäckstücke dieser Art waren ursprünglich wohl – so vermutet zumindest die heutige Forschung – in heidnischer Zeit Opfergaben an die alten Götter, die mit dem Einzug des Christentums religiös umgedeutet wurden.
Das Osterbrot - Fruchtbarkeitssymbol
Für diese Theorie spricht, dass zu Ostern, dem umstrittenen heidnischen Feiertag „Ostara“, der der gleichnamigen Göttin geweiht ist, nicht nur Hefezöpfe gebacken werden, sondern traditionell auch Gebildbrote in Form von Sonnenrädern – als Sinnbild für die erstarkende Kraft der Sonne und den Frühling der Einzug hält. Die oft in die Brote eingebackenen bunten Eier, ein Brauch der sich ja bis heute zur Freude von Kindern und Erwachsenen erhalten hat, sind Fruchtbarkeitssymbole. Sie zeigen auf, dass die Natur wieder erwacht, das Vieh sich erneut vermehrt - Hühner legen im Winter normalerweise keine Eier, aufgrund der langen Dunkelheitsperiode - und der Kreislauf des Lebens neu beginnt. Ähnlich verhält es sich bei den Fruchtbarkeitssymbolen die einem in diesem Zeitraum ebenfalls ständig begegnen (zum Beispiel als traditionelle Schokofiguren in Supermärkten): Schafe und vor allem Hasen. Auch sie gebären zu dieser Zeit den ersten Nachwuchs. Deutliches Zeichen für den altertümlichen und naturgläubigen Menschen, nach einem dunklen, finsteren Winter, dass sich das Rad des Lebens erneut begonnen hat zu drehen.
Grundrezept Hefeteig für österliches Gebildbrot
Zutaten für das Ostergebäck:
500g Mehl
30 g Hefe
100g Zucker
125 g Butter
2 Eier
1 große Prise Salz
1 Päckchen Vanillezucker
1-2 EL Rum
125 ml Milch
1 Eigelb, verquirlt mit etwas Milch, zum Bestreichen
Wer mag: Zuckerglasur und Hagelzucker zum Verzieren, gekochte & gefärbte Ostereier oder 100 g Rosinen zum Einbacken im Teig.
Zubereitung des Hefeteigs für den Osterzopf
Mehl in eine Schüssel geben, eine Mulde hineindrücken, die Hefe hinein bröckeln. 1 TL Zucker hinzugeben und mit etwas lauwarmer Milch und Mehl zu einem flüssigen Vorteig anrühren. Mit einem Handtuch abdecken und an einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen.
Die restlichen Zutaten nach und nach mit einem Rührgerät (Knethaken) einarbeiten. Gut durchkneten, auch gerne per Hand, bis der Teig anfängt Blasen zu bilden und sich vom Rand der Schüssel löst. Eine Kugel formen und nochmals zugedeckt ruhen lassen, bis sich die Teigmenge ungefähr verdoppelt hat.
Den Teig in Kränze, Ringe, Kreuze, Hefezöpfe, Hasen oder andere verschlungene Gebilde formen, auf das mit Backpapier ausgelegte Blech geben, nochmals etwas gehen lassen und mit dem verquirlten Eigelb glasieren. Bei Bedarf mit Hagelzucker bestreuen. Im vorgeheizten Backofen bei 180° goldbraun backen. Nach dem Auskühlen kann das Gebäck mit leckerem Zuckerguss verziert werden.
Ein großer Hefezopf aus dieser Teigmenge braucht ca. 45 Minuten. Bei mehreren kleineren Gebäckstücken verringert sich natürlich die Backzeit auf 20-25 Minuten. Kleine Gebäckstücke sehen auf dem Oster-Frühstückstisch toll aus und lassen sich auch sehr schön als selbstgemachtes Geschenk aus der Küche mitbringen.
Hefezopf flechten
Drei große Teigwürste ausrollen, oben leicht zusammendrücken und wie einen Zopf flechten. Die Enden aneinanderdrücken und zum Schluss unter den Zopf legen. Ein Doppelzopf macht sich als traditionsreiches Osterbrot natürlich optisch besonders gut auf dem Frühstückstisch oder der Kaffeetafel. Hierfür zwei verschieden große Zöpfe flechten und einfach aufeinander setzen.
Gebildbrot: Sonnenräder und Kränze aus Hefeteig
Wie schon beim Zopf wird der Teig geflochten, zu einem Ring, bzw. Nest gelegt und mit etwas Geschick die Enden unter dem Teig versteckt. Dekorativ ein Ei in die Mitte drücken. Für ein Sonnenrad 3 dicke Teigrollen formen. In der Mitte über Kreuz übereinander legen, etwas andrücken und die Enden der “Sonnenstrahlen” etwas umbiegen.
Gebackene Osterhasen aus Hefeteig
Ein langes Teigstück ausrollen, zu einer Schnecke drehen. Das Ende etwas abknicken, es soll den Vorderfuß des Osterhäschens darstellen. Ein tropfenförmiges Teigstück formen, an der Spitze einschneiden und vorsichtig auseinander ziehen, eine Rosine als Auge eindrücken. Fertig ist der Kopf mit den Hasenohren. Den Kopf über dem Fuß an die eingerollte Schnecke drücken und die Häschen knusprig backen.
Nicht nur die gebackenen Häschen aus Hefeteig machen viel her - selbstgebackene Rübli-Muffins sind zum Beispiel nicht nur lecker, sondern österlich verziert ebenfalls eine wunderhübsche Tischdekoration zu Ostern.
